Archiv für März 2008

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Technische Errungenschaften von MyLifeBits

März 24, 2008

Nach der grossen Einscan-Aktion, welche grössenteils 2001 beendet war, kam die Überlegung, wie man diesen gigantischen Datenberg nun strukturiert und archiviert um eine Wiederauffindung der Daten erst zu ermöglichen. Ansonsten wäre es nichts anderes als ein grosser Haufen Datenschrott. Also steht nun das Kommentieren und Nutzen von Informationen im Zentrum der Forschung. Jim Gemmel, Mitarbeiter des Microsoft’s Internet Services Research Centers entwickelte zu diesem Zweck zusammen mit Roger Lueder statt einem Ordnersystem eine SQL-Datenbank. Um dem Benutzer eine einfache Suche zu ermöglichen, arbeitet MyLifeBits mit Assoziationen, die durch Metadaten unterstützt werden. Dabei werden Hierarchien und Klassifikationen nicht ausser Acht gelassen um eine optimale Navigation durch das Ablagesystem zu schaffen.Die Datenbank beinhaltet auch unterschiedliche Ansichten um auf die Erinnerungen zugreifen zu können. Beispielsweise bietet der Bildschirmschoner, welche zufällige Viedeoausschnitte zeigt die Möglichkeit laufend die einzelnen Bildsequenzen mit Kommentaren und Bewertungen zu versehen. Zudem können mit Bildern, die mit GPS-Daten und Uhrzeit versehen sind, einen visuellen Ablauf auf einer Landkarte erstellt werden oder diese auch als sogenannte Thumbnails dargestellt werden, was das Finden von Fotos erleichtert.
MyLifeBits bietet vier verschiedene Dateiansichten: Detail, Thumbnail, Timeline und Clustered-Timeline.

Clustered Timeline     Fotostory von MyLifeBits    Timeline

Timeline zeigt Thumbnails in linearer Zeitskalierung, wobei die Zeit auf Stunden, Tage, Wochen oder Monate skaliert werden kann. Die Ansicht Clustered-Timeline fasst Thumbnails zu Blöcken zusammen und sortiert sie nach Zeit. Dies dient zur Erhaltung einer möglichst hohen Informationsdichte und soll überflüssige Klicks vermeiden.

Quellen:

Bilder http://www-mmt.inf.tu-dresden.de/Lehre/Sommersemester_06/Hauptseminar/Artikel/3_Die%20digitale%20Archivierung%20des%20Lebens.pdf

http://research.microsoft.com/barc/mediapresence/MyLifeBits.aspx (besucht 24. März 2008)

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Neue Ära und ihre technischen Auswirkungen

März 15, 2008

Auszug aud dem Artikel „Erinnerung total“ aus der Zeitschrift Sprektrum der Wissenschaft Mai 2007:

[...]„MyLifeBits hat Bell außerdem mit einer Reihe von neuartigen Geräten ausgestattet, die Kommunikation und Interaktion mit anderen Menschen und mit Maschinen erfassen. Das System zeichnet seine Telefongespräche auf sowie die Radio- und Fernsehprogramme, die er konsumiert. Arbeitet er am Computer, speichert MyLifeBits automatisch eine Kopie jeder Internetseite, die er besucht, und jeder E-Mail, die er sendet oder empfängt. Es speichert alle Dateien, die er öffnet, die Musik, die er sich anhört, und alle Suchanfragen, die er durchführt. Das System führt sogar Protokoll darüber, welche Fenster sich gerade im Bildschirmvordergrund befinden, und schreibt alle Mausbewegungen und Tastaturanschläge mit. Wenn Bell unterwegs ist, erfasst MyLifeBits mittels eines tragbaren GPS-Systems permanent seinen Aufenthaltsort und überträgt die Informationen per Funk in sein Archiv. Damit kann die Software den Fotos, die Bell macht, anhand des Aufnahmezeitpunkts automatisch den Ort zuordnen.“[...] (Artikel „Erinnerung total“ S. 89/90)
Diese Interaktion übt eine imense Faszination aus, aber birgt auch ein Gefühl der Überwachung und Kontrolle in sich.

SenseWear, überwacht die Körperfunktionen des Trägers

[...]„Gleichzeitig entwickelt die Industrie eine neue Generation von preiswerten Sensoren, die bald schon allgegenwärtig sein werden. Manche erfassen eine Vielzahl von Informationen über den Gesundheitszustand ihres Trägers sowie seine körperlichen Bewegungen, andere messen Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdruck und Lichtverhältnisse in der Umgebung. Wärmesensoren bemerken sogar, ob sich ein weiterer Mensch in der Nähe befindet. Einige dieser Geräte wird man am Körper tragen, andere werden im Zimmer aufgestellt oder in Haushaltsgeräte eingebaut. So könnte ein Sensor im Kühlschrank die Essgewohnheiten seines Besitzers daraus erschließen, wann und wie oft die Tür geöffnet wird.“[...] (Artikel „Erinnerung total“ S. 88)

Andere Sensoren sollen demnächst Puls und Organfunktionen überwachen und in einen Bordcomputer übermitteln. Krankheiten sollen erkannt werden, bevor sie ausbrechen. Beim Arzt soll es vergleichbar wie einer Werkstatt ablaufen:Computer diskutieren untereinander über die Probleme ihrer Träger. Diese Gadgets sind im Grundprinzip nicht neu, jedoch die geplante Interaktion zwischen den verschiedensten Systemen und Maschinen würde eine neue Ära der Computernutzung einläuten. Doch bei allen positiven Seiten, welche dieses neue Zeitalter mit sich bringt, drängt sich doch die Frage auf, wird der Computer uns als nützlicher Assistent zu Diensten sein, oder sind es nicht eher wir die eine gefährliche Abhängigkeit von den Computern erfahren werden? Wie wir heute schon wissen ist kein System gegen Fehler gefeit. Heute allerdings können wir diese bei Erkennung manuell beheben, was sicher nicht mehr so einfach sein sollte, stünden alle Systeme und Maschinen miteinander in Interaktion. Wird diese Vision zum Segen oder doch eher zu einem Alptraum?

Quellen:

Bild http://www.businessweek.com/magazine/content/02_27/art02_27/bx27443.jpg

Spektrum der Wissenschaft, No. Mai 2007. (May 2007), pp. 84-92.
by Gordon Bell, Jim Gemmell
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Ursprung von MyLifeBits

März 5, 2008

Die Grundidee von MyLifeBits basiert auf der Vision von Vannevar Bush eines fiktiven Kompakt-Analog-Rechner, genannt Memex (Memory Extender, zu deutsch etwa: Gedächtnis-Erweiterer). Vannevar Bush wurde bekannt als Erfinder des Analogrechners und koordinierte im zweiten Weltkrieg alle militärischen Forschungsprogramme wie beispielsweise auch die Entwicklung der Atombombe, was jedoch schon zu Denken gibt, an was Vannevar Bush sonst noch mitgewirkt hat, nebst einem solchen elektronischen Helfer.

Bush veröffentlichte im Sommer 1945 einen Essay mit dem Titel „As we may think“ in der Zeitschrift Atlantic Monthly. In diesem Artikel beschreibt Bush eine fiktive Maschine, welche Informationen verarbeiten und als intelligentes Werkzeug dem Mensch zur Seite stehen soll. Auch das Konzept der Mensch-Computer-Interaktion erregte bereits damals grosse Aufmerksamkeit und einige Wissenschaftler begannen auch ein paar von den Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Die Vision von Bush war simpel: Eine Maschine, eingebaut in den Schreibtisch sollte als Gedächtnisstütze dienen und über assoziatives Denken verfügen, mit dem es möglich sein sollte, Dokumente mittels Verknüpfungen aufeinander verweisen zu lassen. Daneben sollte dieser elektronische Helfer über ein Mikrofilmgerät, ein Mikrofon und zwei nebeneinander liegenden Bildschirmen, welche mittels Brührungen auf den Benutzer reagieren sollten. Zudem sollte eine Kamera, welche an einem Stirnband befestigt ist, Aufzeichnungen machen und diese dann überspielt und archiviert werden (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Memex).
Heute ist dies ja schon lange keine Zukunftsmusik mehr, denn in nahezu jedem Bankautomaten sind solche Berührungsbildschirme schon gang und gebe. Nur die intelligente Assoziation konnte noch nicht realisiert werden. Jedoch wird dies sicher auch nur eine Frage der Zeit sein, bis sich diese damals futuristische Vision in die Realität verändert.

Quelle:
Bild http://www.at-mix.de/images/glossar/bush-vannevar.jpg

Wikipedia (15 January 2008)
Wikipedia (14 May 2007)